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MORO Regionale Daseinsvorsorge

Zusammen mit dem Kreis Steinburg war der Kreis Dithmarschen Modellprojekt des Modellvorhabens der Raumordnung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung.

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Gestaltung des Demografischen Wandels im Kreis Dithmarschen

Modellvorhaben der Bertelsmann Stiftung

Der Kreis Dithmarschen steht vor großen Veränderungen in seiner Bevölkerungsstruktur. Die Zahl der im Kreis lebenden Menschen wird stetig abnehmen, gleichzeitig wird die Bevölkerung altern. Diese Entwicklung ist sowohl bundesweit als auch landesweit zu beobachten. Allerdings wird sie im Kreis Dithmarschen im Vergleich zu anderen Kreisen Schleswig-Holsteins deutlich stärker und früher eintreten.

Insgesamt werden diese Entwicklungen zahlreiche Herausforderungen mit sich bringen, auf die frühzeitig reagiert werden muss.
So wird im Kreis Dithmarschen der Rückgang der Bevölkerung um fast ein Drittel in der bildungsrelevanten Altersgruppe der 3 bis 20-Jährigen zu Auslastungsproblemen der Kindertagesstätten, Schulen, der Einrichtungen für sportliche Zwecke und des ÖPNV führen.
Dem steht, bei gleichzeitigem Anstieg der Anzahl an Hochbetagten (über 80-Jahre) um über 50%, eine verstärkte Nachfrage nach seniorengerechten Infrastruktureinrichtungen des Gesundheitswesens gegenüber. Eine weitere große Herausforderung stellt bei insgesamt abnehmender Bevölkerungszahl die Vorhaltung der technischen Infrastruktur für die Gemeinden dar. Trotz voraussichtlicher Unterauslastungen muss die Netzdichte erhalten bleiben.
Erforderlich ist somit eine aktive Gestaltung des demographischen Wandels, um die Qualitäten des Standortes Dithmarschen sichern und verbessern zu können.

Ziele

Ziel muss es sein, die Auswirkungen der Bevölkerungsschrumpfung und Überalterung vorsorglich abzudämpfen (?Präventionsstrategie?) und eine langfristige Trendumkehr (Anstieg der Geburtenrate) anzustreben.

Dabei stellt der Kreis Dithmarschen folgende Handlungsziele in den Mittelgrund:

Handlungsziele Dithmarschen

 

Entscheidend für die Gestaltung des demographischen Wandels in Dithmarschen ist die Schaffung personeller und finanzieller Handlungsspielräume. Die bundesweit geltenden Erfolgsfaktoren sollen auch in Dithmarschen verfolgt werden:

  • Bürgerschaftliches Engagement
  • Interkommunale Zusammenarbeit
  • Öffentlich-private Kooperation und
  • Sensibilisierung

 

Arbeitsprozess

Anfang 2005 war der Projektstart des Modellvorhabens, im März wurde die Verwaltung vom Kreistag mit der Durchführung des Projektes beauftragt.

Im August 2005 fand ein Workshop "Zukunft gestalten" statt, mehrere Projektwerkstätten zur Vertiefung der identifizierten Handlungsfelder folgten.

Die Handlungsfelder Sensibilisierungsoffensive "Familienfreundliches Dithmarschen" (Analyse der subjektiven Familienfreundlichkeit in allen kreisangehörigen Gemeinden, Ableitung von Handlungsbedarfen), Kita-Region Dithmarschen (Qualifizierung und Vernetzung von Kindergartenangeboten), Pflege-Netzwerke (Einbindung Ehrenamt) und Bildungsoffensive Dithmarschen (Schulkooperationen werden angestrebt, Neuausrichtung Schulinfrastruktur, Verbesserung des qualitativen Bildungsangebots) haben Priorität.

Im Frühjahr 2006 wurde vom Kreistag ein strategisches Gesamtkonzept beschlossen und das Projekt auf einer ?Zukunftskonferenz? präsentiert. Damit wurde auch der Grundstein für eine langfristige Fortführung des Prozesses ?Gestaltung des demografischen Wandels? gelegt.

Haushaltsbefragung zum Thema Familienfreundlichkeit

Im Rahmen des Handlungsfeldes "Familienfreundliches Dithmarschen" wurde zum Thema Familienfreundlichkeit eine Befragung aller 14.000 Dithmarscher Haushalte mit minderjährigen Kindern auf Gemeindeebene durchgeführt. Mit einer Rücklaufquote von 20% (2.800 Haushalte) handelt es sich um die größte kommunale Befragung zu diesem Thema in Deutschland.

Zielsetzung der Befragung war es, eine Einschätzung der Familienfreundlichkeit der Kommunen in Abhängigkeit vom Wohnumfeld, der Existenz und der Erreichbarkeit bestimmter Einrichtungen und dem Umfang und der Qualität des Betreuungsangebotes durch ihre Einwohner zu erhalten. Zudem sollten Probleme bei der Vereinbarkeit von ?Familie und Beruf? aufgedeckt und der zukünftige Betreuungsbedarf ermittelt werden. Die Auswertung sollte auf Ebene des Kreises und differenziert auf Ebene der Ämter erfolgen können.

Die Ergebnisse wurden auf einer Fachtagung präsentiert und in Regionalkonferenzen zwischen November und März 2006 thematisiert.

Ab 2007 sollen sie in Programme der Kommunen und in das Aktionsprogramm ?Vorfahrt für Familien? einfließen. Eine erneute Befragung ist für 2009 geplant, um die angestrebte Verbesserung der Familienfreundlichkeit zu überprüfen.

Integrierte Versorgung Pflegelandschaft
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