Kontakt | Impressum

REFINA Vorhaben Stadt-Umland-Modellkonzept

REFINA

"Integriertes Stadt- Umland- Modellkonzept Elmshorn / Pinneberg zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme"
Weitere Informationen...

Weitere Informationen und Downloads

Broschüre "Stadt-Umland-Konzepte in Schleswig-Holstein - Empfehlungen für die kommunale Praxis"
Download... (3 mb)

GEP Rendsburg
Informationen zur Gebietsentwicklungsplanung für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg unter www.entwicklungsagentur-rendsburg.de 

SUK Elmshorn
Informationen zum Stadt-Umland-Konzept für die Stadtregion Elmshorn unter www.suk-elmshorn.de

SUK Pinneberg
Informationen zum Stadt-Umland-Konzept für die Stadtregion Pinneberg auf der Internetseite des Kreises Pinneberg.

Schleswig-holsteinische Stadt-Umland-Konzepte
Informationen und Downloads zu den schleswig-holsteinischen Stadt-Umland-Konzepten auf den
Seiten der Landesregierung Schleswig-Holstein.

Stadt-Umland-Konzepte

Weg vom Kirchturm, hin zu mehr Gemeinsamkeit

Der Leitgedanke von Stadt-Umland-Kooperationen zielt darauf ab, durch freiwillige und gleichberechtigte Kooperation zwischen Stadt und Umlandgemeinden, eine abgestimmte Entwicklung zu planen und zu steuern, um dadurch eine bestmögliche Leistungserbringung durch Bündelung aller Potentiale der Stadt und des Umlandes zu gewährleisten und sich gemeinsam den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu stellen.

Anfang der 1990er Jahre entstanden in Schleswig-Holstein die ersten Gebietsentwicklungsplanungen. Dabei handelte es sich um flächenbezogene Entwicklungs- und Abstimmungskonzepte für Stadt- Umland- Bereiche. Die Konzepte sorgten für eine Transparenz über die Flächenpotenziale und Entwicklungsziele der Beteiligten und sorgten für einen verbesserten Dialog der Parteien. Eine verbindliche Abstimmung im Sinne entwicklungsbegrenzender Regularien wurde mit diesen Konzepten allerdings nicht erreicht.

Erst mit Beginn der öffentlich geführten Diskussion über die Folgen des demografischen Wandels, abnehmender finanzieller Spielräume, wirtschaftsstruktureller Veränderungen und einer erkennbar rückläufigen Flächennachfrage veränderten sich die Rahmenbedingungen der interkommunalen Zusammenarbeit grundlegend.

Dementsprechend nehmen die jüngeren Stadt-Umland-Konzepte auch entwicklungspolitische Themen auf, die konkret auf die gemeinsame Leistungssteigerung ausgerichtet sind wie regionale Profilierung, Wirtschaftsförderung, Tourismus, Gewerbeentwicklung, Freizeit- und Kulturangebot, Ver- und Entsorgung, soziale Infrastruktur und Verwaltungsorganisation. Die Konzepte werden nicht von einer übergeordneten Instanz entworfen und angeordnet, sondern von den Kommunen freiwillig initiiert. Stadt und Umland müssen sich dafür als Schicksalsgemeinschaft verstehen und zu gemeinsamem Handeln bereit sein. Freiwilligkeit, Gleichberechtigung und ein individuelles, flexibles Vorgehen sind Voraussetzungen für den Erfolg eines Stadt-Umland-Konzeptes.

Stadt-Umland-Konzepte

Broschüre: Stadt-Umland-Konzepte in Schleswig-Holstein - Empfehlungen für die kommunale Praxis
Im Auftrag der Landesregierung Schleswig-Holstein erarbeitete Institut Raum & Energie eine Broschüre mit Empfehlungen zur Umsetzung von Stadt-Umland-Kooperationen:
Stadt-Umland-Konzepte in Schleswig-Holstein - Empfehlungen für die regionale Praxis.
Download...

Gebietsentwicklungsplanung für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg
Vom Dialog zum Vorteil-Lasten-Ausgleich

Mitte 2003 begann Institut Raum & Energie, zusammen mit der Planungsgruppe Prof. Laage, mit den ersten Bestandsaufnahmen der Gebietsentwicklungsplanung für den Stadt- Umland- Bereich Rendsburg, an der sich neben den beiden Städten Büdelsdorf und Rendsburg elf weitere Umlandkommunen beteiligten.

Am Beispiel der Gebietsentwicklungsplanung für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg wird deutlich, wie sich Kommunen in einer typischen Stadt-Umland-Situation den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stellen können. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und immer geringerer kommunaler Handlungs- und Gestaltungsspielräume entwickelte Institut Raum & Energie in enger Zusammenarbeit mit den dreizehn Kommunen ein Kooperationsmodell zur abgestimmten Entwicklungssteuerung des Lebens- und Wirtschaftsraumes Rendsburg.

Besonderheit und zugleich Kernstück der Kooperation im Rahmen der Gebietsentwicklungsplanung ist ein vertraglich gesicherter Interessenausgleich auf der Basis einer breit angelegten interkommunalen Zusammenarbeit gleichberechtigter Partner.

Eckpunkte der Gebietsentwicklungsplanung:

"Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg": Der Verflechtungsraum als Schicksalsgemeinschaft:
Das Anerkenntnis der gegenseitigen Abhängigkeiten zählt zu den Grundvoraussetzungen einer gemeinsamen Entwicklungsplanung. Umland und Stadt sind in ihrer Entwicklung voneinander abhängig. Und die Abhängigkeiten werden sich durch die demographische und finanzielle Entwicklung der Kommunen weiter verstärken.

Freiwilligkeit und Anerkennung der Selbständigkeit als Grundprinzipien einer Zusammenarbeit:
Stadt- Umland- Beziehungen können auf eine meist konflikt- und spannungsreiche Beziehung zurückblicken, die, meist über Jahrzehnte hinweg, durch Konkurrenzen und seitens der Städte in der Forderung nach Eingemeindung und Gebietsreform gipfelten.
Umso wesentlicher ist es, dass sich die Partner sehr frühzeitig darauf verständigen, dass eine Zusammenarbeit sowohl freiwillig als auch unter Anerkennung der Selbständigkeit erfolgt.

Vertraglich und institutionell gesicherte Kooperation gleichberechtigter Partner als Arbeitsgrundlage:
Auf vertragliche gesicherte Regelungen und Vereinbarungen kann nicht verzichtet werden. Die im Falle der GEP für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg entwickelte Kooperationsvereinbarung beschreibt neben den bereits genannten Entwicklungszielen und Prinzipien der Zusammenarbeit die Kooperationsgremien und die Verantwortlichkeiten bzw. Zuständigkeiten.

Flexibilität: Planung als Prozess:
Die planerischen Rahmenbedingungen, Ziele und Ansprüche verändern sich. Eine Entwicklungsplanung muss sich diesen Veränderungen anpassen können. Das gilt für die Inhalte ebenso wie für die Themen. Im Gegensatz zur Flächennutzungsplanung ist die Gebietsentwicklungsplanung für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg als Prozess angelegt. Damit besteht die Möglichkeit, grundlegende Annahmen zu überprüfen und ggf. zu korrigieren.

Interessenausgleich:
Unterschiedliche Interessen und Ziele sollen nicht nivelliert werden. Im Gegenteil: gegensätzliche Interessen sind erwünscht, denn aus ihnen können wesentliche (Entwicklungs-) Impulse entstehen. So gilt es einen Rahmen zu schaffen, der es ermöglicht, Interessen -konstruktiv- durchzusetzen. Auf ein einziges Thema bezogen ist dieser Anspruch im Regelfall nicht durchsetzbar. Was also liegt näher als die ?Verhandlungsmasse? (thematisch) zu erweitern und somit die Möglichkeit zu schaffen, dass Verzicht und Entgegenkommen auch entsprechend ?belohnt? werden kann.

Stadt-Umland-Konzepte Elmshorn und Pinneberg

Aktuell ist Institut Raum & Energie in zwei weitere schleswig-holsteinische Stadt-Umland-Kooperationen eingebunden: das Stadt-Umland-Konzept für die Stadtregion Elmshorn und das Stadt-Umland-Konzept für die Stadtregion Pinneberg.

Beide Kooperationen bauen auf Gebietsentwicklungsplanungen auf, die Anfang/Mitte der 90er Jahre durchgeführt wurden. Angesichts geänderter Rahmenbedingungen und neuer Anforderungen an Stadt-Umland-Kooperationen wurde eine Weiterentwicklung dieser Planungen erforderlich.

Gemeinsam mit den 12 beteiligten Kommunen in Elmshorn bzw. neun Kommunen in Pinneberg sollen, aufbauend auf den Erfahrungen aus der Gebietsentwicklungsplanung Rendsburg, abgestimmte, konsensfähige Konzepte gefunden werden, die die wirtschaftliche Leistungskraft stärken, im zunehmenden Wettbewerb angesichts zunehmender Internationalisierung der Regionen zur Profilierung der Region beitragen, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, sichern und ausbauen sowie durch eine abgestimmte Flächenpolitik die Neuflächeninanspruchnahme reduzieren und Infrastrukturfolgekosten verringern bzw. vermeiden.

Grundsätze bei der Aufstellung und Entwicklung der Konzepte sind die Prinzipien der Freiwilligkeit und Gleichberechtigung. Jede beteiligte Kommune ist, unabhängig von ihrer Größe und Einwohnerzahl, unterschiedslos mit einem Sitz und einer Stimme am Prozess beteiligt. Die kommunale Planungshoheit und die Zustimmungsvorbehalte der kommunalen Gremien bleiben unberührt.

Gemeinsam sind die Stadt-Umland-Konzepte Pinneberg und Elmshorn bewilligte Modellvorhaben des Foschungsprogramms REFINA (Reduzierung der Flächeninanspruchnahme und ein Nachhaltiges Flächenmanagement).